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Die Energiezukunft diskutieren

fokusenergie 2018

Lebhafte Diskussion zur Energiestrategie 2050 in Solothurn

Fotos / Text AEK

«Ein Jahr nach dem Ja zur Energiestrategie» –  dieses Thema stand im Zentrum des diesjährigen Anlasses «fokusenergie» der AEK onyx Gruppe. Über 500 Gäste verfolgten im Landhaus Solothurn eine energiegeladene Debatte der Befürworter und Gegner der Vorlage vom vergangenen Mai.

 

Informationen zu den Referaten und zur Podiumsdiskussion

«Unser Energie- und Ressourcenverbrauch hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als verdoppelt. Der globale Klimawandel ist eine Folge davon.» Mit diesen Worten eröffnete Dr. Suzanne Thoma, CEO BKW AG, am vergangenen Mittwochabend die Debatte des traditionellen Anlasses «fokusenergie» im Landhaus Solothurn. Dieser Wandel fordere technologische Entwicklungen. In ihrem Referat sprach sie über die Herausforderungen und über die Lösungen für eine lebenswerte Zukunft. Der Schlüssel zur Energieeffizienz und zur Senkung des CO2-Ausstosses liege im Bereich der Gebäudetechnik. 50 Prozent des Energieverbrauchs finde im Gebäude statt, somit sei die Investition in die Gebäudetechnik die logische Weiterentwicklung der BKW. Ronald Trächsel, Verwaltungsratspräsident der AEK onyx AG, nahm das Thema in seinen Ausführungen auf und sprach von drei wichtigen Markttrends, die die lokalen Versorger herausfordern: Digitalisierung, Dezentralisierung und die bevorstehende Marktöffnung. Die AEK onyx Gruppe sei gut aufgestellt, um von diesen Trends zu profitieren. Dank der regionalen Verankerung könne die AEK onyx rasch, flexibel und kundenspezifisch handeln.

 

Tief gestartet – gut unterwegs

Wie sieht die Situation ein Jahr nach dem Volks-Ja zur Energiestrategie 2050 des Bundes aus? Sind die Erwartungen der Befürworter oder eher die Befürchtungen der Gegner eingetroffen? Und was hatte das Ja für Auswirkungen auf regionale Energieversorgerinnen? Die Antworten der Podiumsteilnehmerinnen und -Teilnehmern waren geteilt. Diese gegensätzlichen Standpunkte führten zu einer energiegeladenen Diskussion mit engagierten Teilnehmenden aus Politik und Wirtschaft. Die grüne Regierungsrätin des Kantons Solothurn Brigit Wyss betonte, dass die Diskussionen nicht erst nach der Abstimmung begonnen hätten – sondern bereits Jahre zuvor. «Wir sind gut unterwegs, stehen jedoch noch am Anfang der Entwicklung», sagte sie. Brigit Wyss ist überzeugt, dass wir es schaffen – auch dank der geklärten Stossrichtung. Einen grossen Nachholbedarf bekunde man in der Aus- und Weiterbildung der Architekten und Baufachleute. Diese nähmen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung ein.

 

Umsetzbare Innovationen

Christian Imark, SVP Nationalrat, blies in die andere Richtung. Der Volksentscheid vor einem Jahr sieht er als eine Art «Betriebsunfall». Er sprach gar von einem Trilemma: «Die Versorgungssicherheit und die Wirtschaftlichkeit haben sich nicht verbessert.» Er bemängelte zudem die Ineffizienz der Speicherung des «Flatterstroms». Und es brauche einfache, gute Innovationen und Geschäftsmodelle, betonte er.

Gute und insbesondere individuelle Lösungen und Angebote bietet Béatrice Lüthi ihren Kunden. «Energieeffizienz und Ökologie sind für die meisten Kunden kein Thema. Wenn, dann sprechen wir das Thema an», sagte die CEO der Lüthi Aufzüge AG ernüchternd. Der Preis stünde nach wie vor im Vordergrund, weil den Leuten das Wissen fehle. Sie appellierte an den Staat und erwartet ein ausgeklügeltes Anreizsystem, das mehr biete als einzelne Massnahmen.

Mehr Überzeugungsarbeit – weniger Zwang

Unterstützt wurde Béatrice Lüthi in dieser Sache von Jürg Liechti. Der CEO der Firma Neosys AG wünscht sich ebenfalls wirtschaftlich gerechte Anreizsysteme und mehr Überzeugungsarbeit, dafür weniger Zwang und Vorschriften. Die vielen Vorschriften blockierten zielführende Projekte. Im Zusammenhang mit einem Windparkprojekt musste seine Firma während eines ganzen Jahres Fledermäuse zählen. «So kommen wir nicht zum Ziel – wir benötigen umsetzbare Rahmenbedingungen», forderte Jürg Liechti.

Von grossen Chancen und nicht nur von Gräben, die sich durch die Annahme der Vorlage eröffnet hätten, sprach Walter Wirth, CEO AEK onyx AG. «Wir spüren den Bedarf nach ökologischen Produkten.» Rund 90 Prozent der Kunden setzen auf erneuerbare einheimische und stabile Stromprodukte. Das zahle sich längerfristig für sie aus. Das umliegende Ausland habe grossen Einfluss auf die Marktpreise, die durch fremde Treiber wie der Preis des Kohlestroms, der CO2-Abgabe und vielen anderen Faktoren beeinflusst würden. Er ist überzeugt, dass uns die Digitalisierung und das Vernetzen von Gebäuden weiterbringen wird – auch wenn noch nicht geklärt ist, wer beispielsweise in den Umbau des Messwesens oder die Versorgungssicherheit investieren wird.

 

Zum Artikel auf der AEK Website

Zum Artikel in der Solothurner Zeitung