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Es sind erst drei von fünf

Solothurer Zeitung, 8.3.2021, Balz Bruder

Brigit Wyss (Grüne), Susanne Schaffner (SP) und Remo Ankli (FDP) hatten vorzeitig Grund zum Feiern

 

Was als wahrscheinlichstes Szenario für den ersten Wahlgang galt, ist eingetroffen: Die drei bisherigen Regierungsräte Remo Ankli (FDP), Brigit Wyss (Grüne) und Susanne Schaffner (SP) sind in dieser Reihenfolge gewählt worden. Am knappsten war die Wiederwahl im ersten Durchgang für Innendirektorin Schaffner, welche die Hürde des absoluten Mehr erst gegen Ende der Auszählung deutlich übertraf.

 

Die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang ist insbesondere für die CVP anspruchsvoll: Sie hat die beiden Sitze von Roland Heim und Roland Fürst zu verteidigen und ist im ersten Umgang mit den Kandidaturen nicht durchgedrungen. Allerdings platzierte sich Parteipräsidentin Sandra Kolly relativ deutlich vor den beiden Verfolgern Thomas A. Müller (CVP) und Peter Hodel (FDP). Auf dem siebten Platz reihte sich mit deutlichem Abstand SVP-Bewerber Richard Aschberger ein.

 

Alle Kandidierenden werden noch einmal an den Start gehen

Auch wenn die Parteien ihre Dispositionen für den zweiten Wahlgang vom 25. April noch nicht offiziell getroffen haben, deutet alles auf einen Vierkampf um die beiden Sitze hin. Jedenfalls liessen die Parteiverantwortlichen gestern Abend deutlich durchblicken, es gebe keine Gründe, einen Kandidierenden aus dem Rennen zu nehmen. Die Frage wird nach heutigem Stand der Dinge sein, ob die CVP ihre Doppelvertretung halten kann oder ob die FDP den vor vier Jahren verlorenen zweiten Sitz zurückholen kann.

 

Verschiebungen im Parlament im überschaubaren Rahmen

Zu keinen erdrutschartigen, aber markanten Verschiebungen kommt es im Kantonsrat. Die Grünen und die Grünliberalen folgen dem Trend der eidgenössischen Wahlen und legen je drei Sitze zu, ebenso die SVP. Auf keinen grünen Zweig kommt die FDP, die gegenüber 2017 vier Mandate verliert, aber stärkste Fraktion bleibt. CVP und EVP können sich derweil auf gleichem Niveau halten. Ganz im Gegensatz zur SP, die drei Mandate verliert. In der Summe wird das neue Solothurner Parlament etwas grüner.